christina boula

o.T. [Kunstmarkt] | Installation, Video 45min | Graz 2010

Beitrag Kleine Zeitung

 

Der Kunstmarkt - ein in sich geschlossenes System für jeden Außenstehenden. Unüberschaubar und scheinbar chaotisch verleitet er seine Akteure manchmal zu Vorverurteilungen und zu bequemen Zitaten, die für die Protagonisten allgemeine Anerkennung verheißen können, zugleich jedoch die Gefahr der Aushöhlung bedeuten.
Die Installation zwingt zu einer Auseinandersetzung mit der Positionierung jedes Einzelnen im regen Treiben, zu einer Grundhaltung, einem ersten Überblick. Es gibt eine Bühne voll von Assoziationen - wird „neue Ware nur im Vorübergehen beurteilt, gelobt und verachtet", wie Wackenroder bemerkte, oder gibt es eine echte Auseinandersetzung? Auch wenn der Betrachter das Szenario nur kurz betritt, kommt er nicht umhin sich selbst im Bezugssystem Kunstmarkt verorten zu müssen. Es wird ihm jedoch erst möglich sein zu agieren, wenn er sich auch auf das Umfeld einlässt. Das lose Vorüberziehen wird zeitweilig in seine Grenzen verwiesen, denn mit der Idee, Kunst lediglich konsumieren zu können, bliebe dem Besucher der Zugang zur Ausstellung verwehrt. So müssen die eigenen Maßstäbe angelegt oder gar definiert werden. An welche Machtstrukturen sind meine Kriterien geknüpft?
Hanno Rauterberg schreibt: „Nun also kann die Kunst sein, was die Kunst sein will. Was aber will sie? Die Künstler sind frei, doch frei wozu?  Sie haben für Freiheit gekämpft und Beliebigkeit bekommen."